Das Lastenheft als Grundlage des Erfolgs

Das Lastenheft beschreibt die Anforderungen an den im Rahmen eines Projekts zu erbringenden Leistungsumfang. Grundsätzlich ist das Lastenheft vom Auftraggeber zu formulieren. Es dient dann als Grundlage für die Einholung von Angeboten und stellt die Vergleichbarkeit einzelner Angebote sicher.

In einem Lastenheft sollten folgende Punkte enthalten sein:

    – Thema und Auftraggeber (für Rückfragen und einheitliches Wording)

    – Darstellung der Ausgangssituation (Warum, wofür und wozu wird eine Lösung gebraucht?)

    – Die Spezifikation des zu erbringenden Werks (Liefergegenstand, Lieferobjekt, Projektprodukt)

    – Die Anforderungen an das Produkt bei seiner späteren Verwendung (z.B. Einsatzbereiche, Wartung usw.)

    – Rahmenbedingungen für Produkt und Leistungserbringung (z.B. Normen, Gesetze, Richtlinien, Materialien   usw.)

    – vertragliche Konditionen und Vereinbarungen (z.B. Erbringen von Teilleistungen, Gewährleistungsanforderungen, Risikomanagement usw.)

    – Anforderungen an den Auftragnehmer (z.B. Zertifizierungen)

    – Anforderungen an das Projektmanagement des Auftragnehmers (z.B. Projektdokumentation, Controlling-Methoden, Risikomanagement usw.)

               „Standards generieren Zeitersparnis“

Werden die aufgeführten Punkte in einem Lastenheft eindeutig und klar beschrieben, so ist die Grundlage für einen erfolgreichen Projektabschluss gelegt. Selbstverständlich sind einige Punkte unternehmensspezifisch und von Projekt zu Projekt identisch. In diesem Fall bietet es sich an, das Lastenheft mit Standards aufzubauen. Als mögliche Standards könnten die nachfolgenden Themen definiert werden:

    – Normen, Gesetze und Richtlinien

    – Ergonomie-Anforderungen

    – Instandhaltungs-, Wartungs- und Inspektionsinhalte (Bsp. Störungshilfe, Erreichbarkeit)

    – Komponentenlieferanten

    – Materialien und Oberflächenstandards (Bsp. Eloxal, Lackierung)

    – Termineckpunkte und Abnahmen

Diese Standards machen es möglich, dass man in der Erstellungsphase eine Zeitersparnis generieren kann. Des Weiteren ermöglichen sie bei der Arbeit mit externen Partnern – mit denen bereits mehrere Projekte umgesetzt wurden – die Kommunikation fokussiert und zielorientiert auf die Projektdetails zu richten.

In unserer heutigen mit Vorgaben gefluteten Welt sind natürlich zum Thema Lastenheft unzählige Normen und Richtlinien vorhanden. Die Normen werden dabei von den unterschiedlichsten Gremien ins Leben gerufen. Die größte Bedeutung im Kontext des Industrial Engineerings haben hierbei die Ausgaben des Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Verband der Automobilindustrie (VDA), Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) und Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Aus diesen Regelwerken ergeben sich, je nach Kunde oder Projektinhalte spezifische Anforderungen an das zu erstellende Lastenheft, die eingehalten werden müssen.

Das Lastenheft stellt eine Grundlage für den Projekterfolg dar, wenn die Ausgangslage gut beschrieben ist, der Soll-Zustand mit den begleitenden Anforderungen eindeutig ist, die dazugehörigen Rahmenbedingungen verständlich beschrieben sind und die geltenden Normen, Gesetze und Vorschriften bekannt sind. Die Standardisierung von diversen Inhalten im Lastenheft kann zu nachhaltigen Benefits wie beispielweise einer Zeitersparnis führen.