Die drei ent-scheidenden Methoden zur Prozess-performance

Kosten, Qualität und Zeit sind immer noch die maßgebenden Dimensionen für die Wettbewerbsfähigkeit. Allerdings sind die Kunden in den vergangenen Jahren immer selbstbewusster geworden. Der Prozess der Leistungserstellung muss deshalb stringent auf die Anforderungen des Kunden hinsichtlich Design, Funktionalitäten, Preise und Lieferzeiten ausgerichtet sein. Dies bedeutet für Unternehmen, dass nur die Effizienz und Verbesserung zählt und gleichzeitig jegliche Form der Verschwendung vermieden werden sollte. Dieses Ziel wird erreicht, wenn die Prozesse innerhalb eines Unternehmens beherrscht werden und eine hohe Performance aufweisen. Damit das im Unternehmen gelingt, müssen mehrere Methoden konsequent miteinander verknüpft werden.

Das entscheidende Methoden-Dreieck!

Die drei entscheidenden Methoden zur Prozessperformance, die miteinander verknüpft werden müssen, sind:

  1. Poka Yoke
  2. Visualisierung
  3. Standardisierung

Methode 1 - Poka Yoke

Das Grundprinzip von Poka Yoke ist: Fehlervermeidung fördern, eine schnelle Fehlerentdeckung am Entstehungsort gewährleisten und Wiederholungsfehler vermeiden. Die Ausgangsbasis bzw. der Grundgedanke ist hierbei die Erkenntnis, dass kein Mensch, kein System und auch kein Prozess in der Lage ist, Fehler vollständig zu vermeiden, wenn man keine Hilfestellung zur Fehlervermeidung gibt. Es wird in der Praxis meist durch den Einsatz von einfachen und wirkungsvollen Systemen dafür gesorgt, dass die Fehlhandlungen im Prozess nicht zu Fehlern am Endprodukt führen. Dabei zielt Poka Yoke auf den Einsatz von technischen Hilfsmitteln ab. Es sind beispielsweise kleine Qualitätsregelkreise, fehlhandlungssichere Gestaltung von Arbeitsprozessen oder konstruktive Maßnahmen an Betriebsmitteln und Produkten. Diese Arten von Lösungen sind meistens kostengünstig und zeitnah einführbar. Es ist jedoch zu beachten, dass die Fehlerursachen oft in einem früheren Stadium des Produktentstehungsprozesses liegen und dort auch mit wesentlich geringerem Aufwand verhindert werden können.

Der konsequente Einsatz von Poka Yoke führt zwangsläufig zu 0 Fehlern in den Prozessen! Im unternehmerischen Umfeld ist die richtige Einstellung zu Fehlern der Faktor für die Nachhaltigkeit und unabdingbar für den Erfolg. Es ist muss gelingen die Einstellung in eine positive Fehlerkultur zu verändern.

Ein weiterer wichtiger Aspekt auf dem Weg zu 0 Fehlern: Als Grundlage sind eindeutige Spielregeln für den Umgang mit Fehlern zu definieren. In der Praxis haben sich hier vier Spielregeln als die wichtigsten herauskristallisiert.

  1. Nimm keine fehlerhaften Teile, Informationen und/oder Dinge an
  2. Verursache keine Fehler
  3. Gib keine fehlerhaften Teile, Informationen und/oder Dinge weiter
  4. Betrachte den nachfolgenden Prozess/Ablauf wie einen externen Kunden

Ist die Einstellung zu Fehlern etabliert und die Spielregeln für den Umgang mit Fehlern eineindeutig formuliert, ist der dritte Baustein der Grundlage zu beschreiben: Eine systematische sowie strukturierte Vorgehensweise. Die Schritte der Vorgehensweise stehen hierbei stark im direkten Zusammenhang mit den Phasen im PDCA-Zyklus und lassen sich in vier Überschriften untergliedern.

  1. Beschreibung des Fehlers
  2. Ermittlung der Fehlerursache
  3. Finden einer Lösung, die die Ursache abstellt
  4. Wirksamkeit und Nachhaltigkeit sicherstellen

Werden Poka Yoke Lösungen in der Praxis umgesetzt so sind diese nicht einfach kopierbar, da sie einzigartig und sehr spezifisch auf eine bestimmte Fehlerursache zugeschnitten sind. Es ist daher von großer Bedeutung in der betrieblichen Praxis die Einstellung zu Fehlern, die Einhaltung der Spielregeln sowie die Schritte der Vorgehensweise zur Fehlerbehebung bei jedem neuen Fehler von neuem zu beleuchten.

Methode 2 - Visuelles Management

Einen wichtigen und unterstützenden Teil zu Poka Yoke stellt das visuelle Management dar. Das Ziel des visuellen Managements ist es,  alles auf den ersten Blick zu verstehen und die Transparenz in den Prozessen zu fördern. Dabei werden die Prozesse so gestaltet, dass erkennbar wird, wie der Prozess läuft. Mögliche Abweichungen zum Soll-Zustand werden sofort sichtbar und können schnell erkannt werden. Dies wird unter anderem durch eine systematische Anwendung der 5S-Methode unterstützt:

  • Aussortieren,
  • Aufräumen,
  • Arbeitsplatz sauber halten,
  • Arbeitsstandards zur Regel machen,
  • alle Schritte wiederholt durchlaufen und weiter verbessern.

Das visuelle Management ist auch die Visitenkarte eines Unternehmens und hilft bei der Darstellung von Kennzahlen, Daten und Informationen. Des Weiteren unterstützt es bei der Aufzeichnung und Steuerung von Prozessen. Hinzu kommt die eindeutige Kennzeichnung von Gefahrenquellen, Einstellwerten und Standards in den Prozessen. Die damit verknüpfte Transparenz hilft in den unterschiedlichsten Themenschwerpunkten Abweichung zu erkennen und die Fehler zu vermeiden. Die Prozessvisualisierung kann in den Themenbereichen Personaleinsatz, Prozesskennzahlen, Stückzahl-, Qualitäts-, Störungs- oder Auditmanagement umgesetzt werden, so dass die Mitarbeiter alles auf einen Blick erfassen und gegebenenfalls gegensteuern können.

Methode 3 - Standardisierung

Die dritte Methode zur Prozessperformance ist die Standardisierung oder standardisierte Arbeit. Damit mit dem Einsatz von standardisierter Arbeit ein schlankes, prozessorientiertes und leistungsfähiges Ergebnis erarbeitet werden kann, sind drei Voraussetzungen zu schaffen:

 

Die Bewegungsabläufe der Mitarbeiter müssen analysiert werden

Die von den Anlagen nicht beeinflussten Bewegungsabläufe der Mitarbeiter müssen von Verschwendung, Schwankungen und Belastung befreit und zu wertschöpfender Arbeit gemacht werden.

 

Einführung von Fluss und Rhythmus

Für eine synchrone und verschwendungsfreie Produktion muss die Arbeitsweise wiederholbar und rhythmisch in Taktzeit sein. Idealerweise sind nur die benötigten Teile, in der notwendigen Stückzahl und zu der erforderlichen Zeit am Arbeitsplatz.

 

Dokumentation von standardisierten Arbeitsabläufen

Ein Standardarbeitsblatt ist hierbei sehr hilfreich und sollte direkt an der Wertschöpfungsstätte visualisiert sein. Das Standardarbeitsblatt dient auch dazu, die Situation für Dritte nachvollziehbar zu machen. Es ist zugleich ein Werkzeug für Verbesserungen, Management und zur Mitarbeiteranleitung.

Die Erfolgsformel

Gelingt es im Unternehmen vom Werker bis zum Management die drei Methoden aktiv miteinander zu verknüpfen und aktiv zu fördern, so ist der erste wichtige Baustein zu einer nachhaltigen Performance in den Prozessen gelegt. Der zweite wichtige Baustein ist die Methodenkompetenz im Unternehmen zu verankern und die Methoden aktiv zu betreiben. Wenn zudem noch die Voraussetzungen geschaffen und gelebt werden, steht einer nachhaltigen Prozessperformance nichts mehr im Wege.

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