Low Cost Automation - der intelligente Performance-macher

Die Low Cost Automation (LCA), auch „Lean Automation“ genannt, ist eine Technologie, die bei der Automatisierung auf bestehenden Ressourcen aufbaut und verfügbare Standardkomponenten nutzt. Die Ressourcen beziehen sich hierbei auf die vorhandenen Ausstattungen, Methoden, Kenntnisse und Personal eines Unternehmens.

Das Ziel, das bei der der Low Cost Automation erreicht werden soll, ist, mit einer einfachen und preiswerten Automatisierung die Produktivität und Effizienz zu erhöhen. Dies soll durch die Reduzierung der Kosten und die Erhöhung von Flexibilität wie auch Schnelligkeit der Produktion erreicht werden. LCA ist damit eine Antwort auf die immer kürzer werdende Produktlebenszyklen, die steigende Varianz der Produkte bei schwankenden Bedarfsmengen und die zunehmende Prozesskomplexität. Die in diesem Kontext oft verbundenen immensen Investitionskosten sollen vermieden werden. An dieser Stelle greift bei der LCA das Prinzip der schlanken Produktion und Prozesse: Abläufe werden durch einfache und hoch verfügbare Einrichtungen, die eine sehr hohe Betriebsbereitschaft gewährleisten, optimiert, wobei die Auslastung der Betriebsmittel aufgrund der kostengünstigen Automatisierung an Bedeutung verliert. Der Antreiber der LCA sind die Mitarbeiter, die in die kontinuierliche Entwicklung, die rasche Einführung und die preisgünstige Umsetzung von Lösungen eingebunden sind.

Beim Blick auf die nachhaltige und kontinuierliche Verbesserung durch LCA stehen drei Themen im Mittelpunkt:

Ergonomie

Die ergonomische Gestaltung von Arbeitsplätze und der Einsatz einfacher Vorrichtungen bei wiederkehrenden wie auch eintönigen Arbeiten ist wichtig, um die Verschwendung durch Bewegung und wenig wertschöpfende Tätigkeiten zu vermeiden.

Anlagenkonzeption

Das Konzept einer Anlage oder Montagelinie muss bestmöglich die Prinzipien der einfache Installation und Anwendung sowie die Nutzung von kostengünstigem und wiederverwendbarem Material fördern.

Eigeninitiative

Die eigene Motivation bei der Entwicklung von kostengünstigen Vorrichtungen, Hilfsmittel und IT-Systemen muss kontinuierlich hoch gehalten werden.

Aspekte für Produktivität, Effizienz, Effektivität und Performance!

Die Low Cost Automation erfüllt sechs wichtige Aspekte von Produktivität, Effizienz, Effektivität und schlussendlich auch Performance in operativen Prozessen:

     1. geringe Komplexität;

     2. Ergonomie im Sinne von Bedienerfreundlichkeit;

     3. Robustheit im Sinne von Fehlersicherheit;

     4. angemessener Automatisierungsgrad;

     5. Entwicklung unter Beteiligung der eigenen Mitarbeitenden (KVP);

     6. Kostenvorteile durch niedrige Investitionskosten und bei Betrieb und Wartung.

Karakuri - die extreme Form

Aus dem japanischen hat sich in diesem Zusammenhang eine extreme Form des LCA entwickelt, das heute unter dem Begriff Karakuri bekannt ist. Karakuri ist dabei eine Automatisierungsform, bei der die Abläufe und Prozesse nur durch die Nutzung sowie Anwendung von physikalischen Prinzipen automatisiert werden. Es wird hierbei auf Antriebe, Sensoren, Strom oder Pneumatik verzichtet. Stattdessen wird auf die Kreativität der Mitarbeiter vor Ort, die vorhandenen Bauteile und Komponenten vertraut. Die Prinzipien des Karakuri sind seit Jahrzehnten Teil der Lean-Philosophie.

Mit Roboter-Möglichkeiten zur intelligente Lösung

LCIA beruht dabei auf dem Gedanken, dass die Automatisierung nur bis zu einem bestimmten Grad optimaler ist als der Einsatz von Menschen. Dies ist der Fall bei bestimmten Tätigkeiten oder Bewegungsabläufe, die nur mit erheblichem Aufwand automatisiert werden können. Derartige Prozesse findet man beispielsweise beim Einlegen und Positionieren sowie bei Prozessen, bei denen Merkmale eindeutig erkannt und entsprechend ausgerichtet werden müssen.

Das Ziel der LCIA ist es, die menschlichen Fähigkeiten mit der Automatisierung optimal zu kombinieren, um mit intelligenten Lösungen die Wirtschaftlichkeit und die Alleinstellung des Unternehmens zu erhöhen.

Nach der Umsetzung der LCA-Prinzipien, werden maschinelle und menschliche Tätigkeiten getrennt. Es werden dazu einzelne elementare Tätigkeiten von Menschen sowie Informationen und deren Verarbeitung auf einfache Automatismen übertragen. Die dafür notwendigen Lösungen sollten möglichst im eigenen Unternehmen entworfen, wie auch entwickelt und so schnell wie möglich realisiert werden. Zudem sind Betriebsmittel mit intelligenten Mechanismen auszustatten, die Störungen sofort erkennen, gegebenenfalls die Produktion stoppen können und die Weitergabe von Teilen mit Qualitätsmängeln verhindern.

Der Einsatz von LCA, Karakuri oder LCIA bietet einige Vorteile wie die schnelle Anpassung von Vorrichtungen in bestehenden Fertigungslinien an neue Gegebenheiten, die Schaffung von Vorrichtungen nach produktionsspezifischen Bedürfnissen; und die intensive Beschäftigung mit Prozessen im Sinne des KVP. Dem gegenüber stehen auch einige Nachteile wie, dass die Einbindung der Mitarbeiter essenziell ist. Fehlt deren Motivation, sich einzubringen, ist eine LCA oder LCIA kaum beziehungsweise nicht zu realisieren. Des Weiteren kann die Automatisierung ihre Vorteile nur bei stetigem Materialfluss sowie gut synchronisierten Prozessen ausspielen.

Die Erfolgsformel

Der fokussierte und richtige Einsatz der Low Cost Automation kann enorme Entwicklungsschritte zur besseren Performance in den operativen Prozessen liefern. Es muss jedoch gelingt, dass es nicht als Eintagsfliege abgestempelt wird.