Mit E-K-U-V zur Prozess-performance

Der stetig steigende Kostendruck, die erhöhte Konkurrenz, das immer breiter werdende Angebotssortiment sowie die steigenden Ansprüche der Konsumenten sind nur wenige Aspekte, mit denen sich die Unternehmen im heutigen Zeitalter auseinander setzten müssen. Damit mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen die genannten Anforderungen bestmöglich abgedeckt werden können, werden Prozesse vereinfacht und sinnvoll verschlankt. In produzierenden Unternehmen haben sich hierzu diverse Methoden, Tools und Instrumente aus dem Umfeld der schlanken Produktion etabliert. Eine dieser ist die Eliminierungs-, Kombinations-, Umstellungs- und Vereinfachungs-Analyse – kurz: EKUV-Analyse. In den Anfängen wurde die Methode hauptsächlich im Bereich der Rüstoptimierung eingesetzt. Zwischenzeitlich hat sie sich jedoch auch in anderen Prozessschritten als zielführende Methode zur Verschlankung des Prozessablauf bewährt.

Das Ziel von E-K-U-V

Die EKUV-Analyse verfolgt das allgemeine Ziel, Verschwendungen zu identifizieren und diese zu verringern. Es wird dabei versucht verschwendungsreiche Prozesse zu eliminieren, Prozesse sinnhaft zu kombinieren, umzustellen oder zu vereinfachen.

Schritt für Schritt zur Prozessperformance - die Vorgehensweise

Die Begriffe E-K-U-V beschreiben nicht nur die Inhalte sondern auch die Vorgehensweise der Methode. Im Zuge des Vorgehens ist es wichtig die vier Schritte nacheinander durchzuführen und nicht zwischen diesen zu springen. Jeder Schritt für sich bildet eine unterschiedliche Betrachtungsweise auf den Prozess ab, der für eine Verbesserung und Optimierung verantwortlich ist. In der Praxis hat sich erweisen, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen in Form von Fragestellungen zu bearbeiten.

Schritt 1 - Eliminierung

Bei der Betrachtung des Prozesses vor dem Hintergrund der Eliminierung geht es um die Erforderlichkeit von Bewegungen, die bestmögliche Anordnung von Gegenständen sowie die Fokussierung auf die Wertschöpfung. Die Betrachtung kann mithilfe der folgenden Beispielfragen erfolgen:

– Ist die Bewegung erforderlich?

– Welche Wertschöpfung bringt die Bewegung?

– Kann diese Bewegung eliminiert werden?

– Sind Werkzeuge und Teile so angeordnet, dass der Bewegungsablauf möglichst einfach gestaltet werden kann?

– Können Geräte und Anlagen so eingesetzt werden, dass die Bewegungsabläufe eliminiert werden?

– Können Bewegungen durch eine bestimmte Arbeitsplatzgestaltung oder Anordnung der Ersatzteile usw. eingeschränkt werden?

Schritt 2 - Kombination

Im zweiten Schritt der Kombination ist das Ziel Prozessschritte oder notwendige Bewegungen andersartig zu kombinieren um eine Verbesserung im Gesamtprozess zu erreichen. In der nachstehenden Auflistung sind mögliche Fragestellungen für den Blickwinkel Kombination zusammengefasst:

– Werden beide Hände eingesetzt, um den Arbeitsgang durchzuführen?

– Könnte gleichzeitig noch eine andere Bewegung ausgeführt werden?

– Könnten mehrere Bewegungsabläufe durch Einsatz eines Werkzeugs vereinfacht werden?

– Könnte ein Mechanismus eingesetzt werden, der mehrere Arbeitsabläufe durchführt?

– Können weitere Arbeitsgänge auf dem Rückweg erledigt werden?

Schritt 3 - Umstellung

Die Umstellung, Schritt drei, steht für die Betrachtung nach der richtigen Reihenfolge von Bewegungen und deren Abläufe. In diesem Kontext sind die folgenden Beispielfragen von Bedeutung:

– Werden die Bewegungen in der richtigen Reihenfolge ausgeführt?

– Könnte die Reihenfolge umgedreht werden?

– Könnte es anders gemacht werden?

– Können die Bewegungsabläufe durch Umstellung des Arbeitsplatzes verkürzt werden?

Schritt 4 - Vereinfachung

Im letzten Schritt, der Vereinfachung, steht die Optimierung im Vordergrund. Es wird hierbei neben dem Prozessschritt auch die Arbeitsumgebung mit einbezogen und berücksichtigt. Für diesen Schritt haben sich die nachstehenden Beispielfragen etabliert:

– Kann die Bewegung vereinfacht werden?

– Können natürliche Kräfte (Schwerkraft, Trägheit, Reaktion usw.) eingesetzt werden, um die Bewegung zu vereinfachen?

– Gibt es Anweisungen oder Markierungen, um die Bewegung zu vereinfachen?

– Ist die Arbeitshöhe für eine bequeme Arbeitshaltung angemessen?

– Einfaches Arbeitsgerät?

In der Praxis gibt es für den Ablauf der EKUV-Analyse standardisierte Arbeitsblätter, die helfen die Schritte nacheinander und fokussiert zu bearbeiten. Des Weiteren helfen diese Standards die Vergleichbarkeit zu gewährleisten und zu einem späteren Zeitpunkt die Vorgehensweise nochmals nachvollziehen zu können.

Erfolgsformel

Der Einsatz der EKUV-Analyse im Rahmen der Prozessoptimierung hat sich nicht nur bei Rüstprozessen, sondern auch bei anderen manuellen Produktionsprozessen als zielführend erwiesen. Wird ein Prozess genauer betrachtet, um diesen zu verbessern, ist neben den korrekten und nacheinander folgenden vier Schritten auch der Einsatz eines Standardarbeitsblattes unumgänglich. Werden die vier Schritte eingehalten, standardmäßig dokumentiert und die betroffenen Mitarbeiter einbezogen, dann steht einer erfolgreichen Prozessoptimierung nichts mehr im Weg.

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