Morphologischer Kasten

als Prozess-optimierer

Der vom Schweizer Physiker Fritz Zwicky entwickelte Morphologische Kasten ist eine Kreativitätstechnik zur systematischen Analyse komplexer Aufgabenstellungen. In Form einer Tabelle werden in der Spalte die zu berücksichtigenden Merkmale, Parameter oder Funktionen aufgelistet. In den weiteren Spalten werden die dazugehörigen Lösungsansätze, -vorschläge oder Ideen gelistet.

Von der Kreativitätstechnik zur Prozessoptimierung - Wie kann das gehen?

Die Systematik und die Vorgehensweise des Morphologischen Kastens ermöglicht es Ideen, Vorschläge und Ansätze zu sammeln. Mithilfe der anschließenden Zuordnung zu den Merkmalen, Parametern oder Funktionen kann eine Gegenüberstellung und Matrix generiert werden. Diese Matrix kann ich einem weiteren Schritt einzeln und detailliert bewertet und ausgewertet werden. Für die Bewertung ist der klassische Ansatz des Morphologischen Kastens um eine Bewertungsgröße je Idee zu ergänzen. Die Bewertungsgröße kann beispielweise die monetäre Einsparung, die zeitliche Umsetzungsdauer oder die Qualitätsverbesserung darstellen.

Bei der Arbeit mit dem Morphologischen Kasten hat es sich bewährt, dies im Team zu bearbeiten, um die Vielseitigkeit der Lösungen zu fördern. Bei der Entwicklung von Ansätzen kann der Einsatz eines weiteren Teams von Vorteil sein, welches die ursprüngliche Aufgabenstellung noch nicht kennt. Dies ermöglicht es Denkbarrieren zu vermeiden und originelle Lösungen hervorzubringen.

Die Vorgehensweise zur Prozessoptimierung

Das Ziel der Prozessoptimierung ist zu Beginn zu beschreiben. Mit der Zielbeschreibung werden die bestimmenden Merkmale festgelegt und untereinander aufgelistet. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Merkmale unabhängig voneinander sind und dass sie im Hinblick auf das Ziel auch umsetzbar (operationalisierbar) sind.

Anschließend werden alle möglichen Ansätze, Ideen oder Vorschläge des jeweiligen Merkmals rechts daneben geschrieben. So entsteht eine Matrix, in der jede Kombination von Ausprägungen aller Merkmale eine theoretisch mögliche Prozessoptimierung ist.

Wenn alle möglichen Ansätze, Ideen oder Vorschläge aufgeschrieben sind, so werden diese mit der im Vorfeld definierten Bewertungsgröße bewertet.

Danach wird aus jeder Zeile eine Ausprägung des Merkmals gewählt. Dies führt zu einer Kombination von Prozessoptimierungen. Die Auswahl kann auf zwei Arten erfolgen:

Systematisch:

z.B. durch Anwendung der Multifaktorenmethode, dabei wird die Anzahl der Merkmale und Ausprägungen beschränkt.

Intuitiv:

Der Bearbeitende betrachtet die Matrix und wählt aus jeder Zeile einen Vorschlag. Der daraus entstehende Linienzug wird dann ganzheitlich als alternative Lösung betrachtet.

Der Auswahlprozess wird mehrmals durchgeführt. Mit den entstandenen Kombinationen von Vorschlägen wird die finale Prozessoptimierungsmaßnahme entwickelt.

Die im Team definierte Prozessoptimierungsmaßnahme wird abschließend in die Operationalisierung überführt und umgesetzt. Der kreative Ansatz hilft dabei, die oft schon bekannten Denkmuster zu durchbrechen und neue Optimierungsansätze zu entwickeln.