Shopfloor Management

Das Shopfloor Management wurde und ist bereits mehrfach in den unterschiedlichsten Varianten definiert worden. An dieser Stelle möchte ich keine Diskussion über die Definitionen starten sondern die praxisbezogene Implementierung und Fettnäpfchen in den Vordergrund stellen. Des Weiteren soll die örtliche Distanz, die durch das vermehrte Arbeiten im Homeoffice in den aktuellen Corona-Zeiten an Bedeutung gewonnen hat, fokussiert werden.

Treffpunkt Shopfloor Board, standardisierte Agenda, strukturierte Vorstellung von Kennzahlen, Ableitung von Maßnahmen, Problembetrachtung vor Ort, Bearbeitung der Maßnahmen in kleineren Arbeitsgruppen – ein Ablauf eines Shopfloor Management Termins wie aus dem Lehrbuch. In den häufigsten Fällen ist die Einhaltung der Abläufe personenabhängig. Wer kennt es nicht, die Führungskraft ist abwesend und nach zwei Minuten ist die Besprechung beendet. Dem entgegenzuwirken ist die Einbindung von Mitarbeiter wichtig, jedoch ALLE einbinden zu wollen ist Illusion. Es müssen die RICHTIGEN eingebunden und ein Team zur Implementierung wie auch Weiterentwicklung installiert werden. Die RICHTIGEN erkennt man an der kritischen Meinung zu Neuem und an der Reichweite weitere Mitarbeiter anzustecken.

Sind die RICHTIGEN gefunden ist es der nächste Schritt das Ziel, das mit Shopfloor Management erzielt werden soll eindeutig zu beschreiben. Die Formulierung des Ziels ist die erste Aufgabe des Teams. Der zweite Schritt ist Eckpunkte, wie beispielweise der Ort der Besprechung, die Dauer des Termins oder die Uhrzeit des Termins zu definieren. Diese Eckpunkte sind die Vorgabe zur Erarbeitung einer Agenda, Kennzahl(en), Maßnahmenverfolgungssystematik etc.

Im folgenden Schritt sind die erarbeiteten Inhalte von Team im Rahmen eines Piloten zu testen. Die Testphase muss als Testphase verstanden sein und die Führungskraft muss/sollte sich im Hintergrund halten. Der Abschluss der Testphase ist erreicht, wenn das Team das Ergebnis des Shopfloor Managements präsentieren möchte und der Überzeugung ist, dass die beste Variante für das Unternehmen erarbeitet ist. Der abschließende Schritt ist die Ausweitung und flächendeckende Umsetzung des Shopfloor Managements.

Bis Anfang des Jahres war das Shopfloor Management umfänglich vor Ort und als Präsenztermin definiert. In Folge der Aufkommenden Corona-Pandemie sind flächendeckend Homeoffice-Lösungen umgesetzt worden und in den Produktionsstandorten waren meist nur noch die Produktionsmitarbeiter und vereinzelte Mitarbeiter vor Ort.

Wie kann Shopfloor Management mit räumlichen Abstand funktionieren?

Die technischen Möglichkeiten für Besprechungen mit räumlicher Trennung sind vorhanden, doch wie ist es mit den handschriftlichen Aufschrieben an den Shopfloor Boards? Hierbei ist nun Kreativität und Versuchswillen gefragt, so können beispielsweise Formulare digitalisiert werden und über ein Tablet ausgefüllt werden. Eine weitere Idee stellt die Webcam dar, mit der ein Mitarbeiter von Board zu Board läuft und die Mitarbeiter im Homeoffice über den aktuellen Stand informiert. Bei der Problemlösung haben sich Lösungen aus dem Bereich der Fernwartung bewährt. Diese Beispiele zeigen, wie mit Kreativität und dem Willen etwas auszuprobieren schier unmögliche Aufgaben gemeinsam gelöst werden können und das Shopfloor Management seinen wertvollen Beitrag zum Unternehmenserfolg auch in dieser Zeit liefern kann.