Yamazumi Chart - der "Prozess-optimierer"

Die Anforderungen an Produktionsprozesse sind in den letzten Jahren immer weiter gestiegen. Es sind neben den wirtschaftlichen sowie technischen Anforderungen auch immer mehr organisatorische Parameter in den Vordergrund gerückt. Diese Entwicklung führt dazu, dass in der Gestaltung und Optimierung von Prozessen breites Wissen an Methoden, Fachspezifika und Umsetzungserfahrung vorhanden sein muss. In vielen Unternehmen, insbesondere wenn die Funktion des Industrial Engineering nicht stark ausgeprägt ist, besteht das Risiko ein suboptimales Ergebnis zu erzielen. Diesem Risiko kann mit dem gezielten Einsatz von Methoden begegnet werden. Eine wichtige Methode stellt in diesem Kontext das Yamazumi Chart dar.

Warum hilft das Yamazumi Chart?

Die Darstellung im Yamazumi Chart vereinfacht komplexe Prozessketten durch die Zerlegung in einfache sowie kleine Prozessschritte. Diese Prozessschritte werden hinsichtlich Inhalt und Anordnung im Prozessablauf optimiert. Die Optimierung erfolgt durch die Untersuchung der einzelnen Prozessschritte hinsichtlich des Beitrages zur Wertschöpfung. Die Wertschöpfung wird dabei in drei Tätigkeitsklassen unterteilt.

Die drei Tätigkeitsklassen der Wertschöpfung:

  • wertschöpfende Tätigkeiten
  • wertermöglichende Tätigkeiten

nicht wertschöpfende Tätigkeiten

Das übergeordnetet Ziel !

Das Yamazumi Chart unterstützt bei der Gestaltung und Optimierung von Prozessen. Die visuelle Darstellung, die mit dem Chart erreicht wird, ermöglicht eine sehr schnelle Erkennung von Problemen und Potentialen innerhalb eines Prozesses. Erreicht wird dies, indem die Prozessabschnitte den Takt des Kunden, den aktuellen Takt, die Zeiten der einzelnen Prozessschritte und die verschiedenen Arbeitsstationen darstellen .Des Weiteren unterstützt es in der Gestaltung und der kontinuierliche Verbesserung von Prozessketten.

Das übergeordnete Ziel, das erreicht werden möchte, spiegelt einen ausgeglichenen, rein wertschöpfenden Prozess, der zudem am Kundentakt orientiert ist, wieder.

Die Grundlagen

Die Grundlage des Yamazumi Charts entspricht der klassischen Linienaustaktung, die auch unter operator balancing bekannt ist. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Herangehensweise.

Bei der Linienaustaktung wird die Austaktung in der Planungsphase anhand von Zeitbausteinen geplant. Die Zeitbausteine basieren hierbei auf Erfahrung oder aus Zeitsystemen, wie zum Beispiel MTM.

Das Yamazumi Chart beruht dagegen auf der Beobachtung des realen Prozesses am Ort des Geschehens (Gemba). Mit Hilfe der Beobachtungen wird der aktuelle Stand des Prozesses festgehalten. Im Anschluss werden die beobachteten Prozesse optimiert. Die Optimierung beinhaltet in erster Linie die Reduzierung der Arbeitstakte durch die Reduzierung der Verschwendung. Anschließend werden die Prozess neu ausgetaktet, so dass eine Überbelastung in den einzelnen Prozessschritten vermieden wird.

Der Ansatz und die Vorteile

Der Yamazumi Ansatz ist ein praktische Ansatz, da durch das iterative Vorgehen immer wieder neue Erkenntnisse gewonnen werden. Die im weiteren Schritt in Verbesserungsmaßnahmen im Prozess umgesetzt werden.

Ein weiterer wichtiger Vorteil ist das kollektive Erarbeiten des optimalen Zustandes in der Zusammenarbeit der verschiedensten Beteiligten am und im Prozess. Während die Linienaustaktung klassisch von einer Planungsabteilung geleistet wird, wird das Yamazumi Chart vor Ort und im Team erstellt. Alle Beteiligten des Prozesses – Planer, Werker, Prozessverantwortliche – erstellen, optimieren und erarbeiten ein gemeinsames Ergebnis. Dies fördert die Zusammenarbeit, das Vertrauen und das gegenseitige Verständnis über alle Disziplinen hinweg.

Vorteile des Yamazumi Charts

  1. Visuelles Hilfsmittel

„Ein Bild sagt oft mehr als tausend Worte“. Mit Hilfe des Yamazumi Charts ist schnell der Takt, die Wertschöpfung und Balance innerhalb einer Prozesskette ersichtlich.

  1. Einfachheit

Ein Yamazumi Chart kann sehr einfach und ohne großen Hilfsmittel erstellt werden. Es wird hierzu lediglich ein Blatt Papier, ein Stift und eine Uhr benötigt. Des Weiteren ist auch keine besondere Ausbildung oder Training notwendig.

  1. Einprägsame Darstellung

Das Yamazumi Chart ist durch die einfache und leicht verständliche visuelle Darstellung sehr einprägsam. Es eignet sich zudem hervorragend zur Kontrolle von Prozessen.

Die Erfolgsformel

Der praktische Ansatz der Methode und der damit verbundene „Zwang“ sich die Prozesse vor Ort zu betrachten unterstütz die Arbeit mit den Prozessdetails. Diese Details sind wichtig und ausschlaggebend für den späteren Erfolg in der Verbesserung der Prozesse. Ein weiterer Aspekt, der eine schnelle Akzeptanz bei den Beteiligten hervorruft, ist die Visualität der Methode. Getreu dem Motto „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ hilft das Yamazumi Chart den Prozess auf einen Blick zu umreißen. Des Weiteren sind keine weiteren große Hilfsmittel für den Start notwendig, so dass sofort und ohne zu zögern losgelegt werden kann.

Starten Sie lieber HEUTE anstatt MORGEN mit den Verbesserungen in Ihren Prozessen.

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